Lapbook Vorlage – Aufbau, Faltelemente und Anleitung

Kurz gesagt: Ein Lapbook ist ein aufklappbarer Ordner aus Tonkarton, in dem ein Thema mit kleinen Faltelementen dargestellt wird — Klappkarten, Leporellos, Drehscheiben, Taschen. Als Grundlage dient meist ein DIN-A3-Karton, dessen Seitenteile zur Mitte gefaltet werden.

Der Grundaufbau

Man nimmt einen Bogen Tonkarton in DIN A3 und faltet die beiden schmalen Seiten so zur Mitte, dass sie sich dort treffen. Es entsteht eine Art Schrank mit zwei Türen.

Die Innenseite bietet drei Flächen: die beiden Türinnenseiten und den mittleren Rücken. Auf den Außenseiten stehen Titel und Name.

Auf diese Flächen werden die Faltelemente geklebt. Sie enthalten die eigentlichen Inhalte und lassen sich einzeln öffnen.

Die wichtigsten Faltelemente

Klappkarte. Ein Blatt, das an einer Seite geknickt wird. Außen die Frage, innen die Antwort. Das einfachste und meistgenutzte Element.

Leporello. Ein Streifen, der im Zickzack gefaltet wird — geeignet für Abläufe und Zeitleisten.

Drehscheibe. Zwei Kreise, mit einer Musterklammer verbunden, wobei der obere ein Fenster hat. Gut für Zuordnungen.

Tasche. Ein aufgeklebtes Papier, in das Karten gesteckt werden — etwa Begriffskarten zum Sortieren.

Stufenbuch. Mehrere Blätter versetzt übereinander geheftet, sodass die Ränder wie Register herausschauen.

Fächer. Mehrere Streifen an einem Punkt verbunden, die sich auffächern lassen.

Ziehstreifen. Ein Streifen, der durch zwei Schlitze gezogen wird und nacheinander Inhalte zeigt.

Was man braucht

  • Tonkarton DIN A3 als Grundlage, 200 bis 300 Gramm
  • Farbiges Papier für die Elemente
  • Schere und Klebestift
  • Musterklammern für Drehscheiben
  • Locher, Bändchen, Buntstifte
  • Optional ein Falzbein für saubere Kanten

Wie man ein Thema aufteilt

Der wichtigste Schritt passiert vor dem Basteln. Ein Lapbook zwingt dazu, ein Thema in überschaubare Einheiten zu gliedern — und genau darin liegt der Lernwert.

Bewährt hat sich, fünf bis acht Unterthemen festzulegen und für jedes ein passendes Faltelement zu wählen. Abläufe werden zum Leporello, Gegensätze zur Klappkarte, Begriffe zur Tasche.

Erst wenn diese Zuordnung steht, wird geschnitten und geklebt. Wer umgekehrt vorgeht, hat am Ende viele hübsche Elemente ohne roten Faden.

Wofür es sich eignet

Im Sachunterricht für Tiere, Pflanzen, Jahreszeiten, Berufe und Verkehrserziehung. In Deutsch für Buchvorstellungen und Wortarten. In Erdkunde für Länder, in Geschichte für Epochen, in Religion und Ethik für Feste.

Auch außerhalb der Schule funktioniert es: als Urlaubserinnerung, als Geschenk zum Geburtstag oder als Sammelmappe für ein Hobby.

Für welches Alter

Ab der ersten Klasse mit vorbereiteten Elementen zum Ausschneiden. Ab der dritten Klasse können Kinder die Elemente selbst wählen und gestalten.

In der Sekundarstufe funktioniert das Format weiterhin, wird dann aber meist textlastiger und weniger bunt. Auch für Präsentationen in der Oberstufe ist es eine Alternative zur digitalen Folie.

Bewerten oder nicht

Wer ein Lapbook benotet, sollte die Kriterien vorher nennen. Sinnvoll sind: fachliche Richtigkeit, Vollständigkeit der Unterthemen, Eigenständigkeit der Formulierungen und Sorgfalt.

Die reine Bastelqualität sollte wenig zählen — sonst bewertet man die Feinmotorik und die häusliche Unterstützung, nicht das Verständnis.

Häufige Fehler

  • Zu viele Elemente auf zu wenig Fläche — es wird unübersichtlich
  • Abgeschriebene Texte statt eigener Formulierungen
  • Elemente, die sich gegenseitig blockieren, weil sie zu dicht kleben
  • Kein Titel und kein Name auf der Außenseite
  • Klebestellen, die beim Aufklappen reißen — hier hilft ein Streifen Klebeband auf der Rückseite

Vorlagen finden oder selbst zeichnen

Fertige Faltelemente zum Ausdrucken gibt es auf den Landesbildungsservern und bei Materialbörsen für Lehrkräfte. Sie sparen Zeit, nehmen den Kindern aber einen Teil der Arbeit ab.

Ein guter Mittelweg: die Grundformen vorgeben — leere Klappkarten, leere Leporellos — und die Kinder Inhalt und Gestaltung selbst übernehmen lassen. So bleibt der Lernwert erhalten, ohne dass am Schneiden die Zeit verstreicht.

Wer selbst zeichnet, braucht nur wenige Grundformen. Ein Rechteck mit Knick, ein Streifen im Zickzack und zwei Kreise decken den größten Teil ab.

Der Zeitaufwand

Ein Lapbook entsteht nicht in einer Schulstunde. Realistisch sind drei bis fünf Unterrichtsstunden: eine für die Themenaufteilung, zwei bis drei für Inhalt und Gestaltung, eine für die Präsentation.

Wer weniger Zeit hat, gibt die Struktur vor und lässt nur die Inhalte erarbeiten. Wer mehr Zeit hat, kann die Lapbooks am Ende gegenseitig vorstellen lassen — das ist der Teil, in dem am meisten hängen bleibt.

Warum das Format funktioniert

Ein Lapbook verbindet Schreiben, Ordnen, Gestalten und Erklären. Wer ein Thema in Klappkarten überführt, muss entscheiden, was auf die Vorder- und was auf die Rückseite gehört — also zwischen Frage und Antwort, zwischen Begriff und Erklärung unterscheiden.

Dazu kommt die haptische Seite. Etwas selbst gefaltetes bleibt anders im Gedächtnis als ein ausgefülltes Arbeitsblatt, und das fertige Heft wird zu Hause noch einmal gezeigt und dabei ein zweites Mal erklärt.

Digitale Alternative

Es gibt Versuche, das Format digital nachzubauen — mit Präsentationsprogrammen, in denen Elemente per Klick aufklappen. Der Ordnungsgedanke bleibt dabei erhalten, das Falten fällt weg.

Für ältere Jahrgänge kann das sinnvoll sein, besonders wenn die Ergebnisse geteilt werden sollen. In der Grundschule spricht mehr für die Papierfassung: Das Schneiden und Falten ist Teil des Lernens, nicht Beiwerk.

Häufige Fragen

Was ist ein Lapbook?

Ein aufklappbarer Ordner mit Faltelementen zu einem Thema.

Welches Format eignet sich?

DIN A3 Tonkarton, an den Seiten zur Mitte gefaltet.

Wie viele Unterthemen?

Fünf bis acht.

Ab welchem Alter?

Ab der ersten Klasse mit vorbereiteten Elementen.

Wie bewertet man ein Lapbook?

Nach Inhalt und Eigenständigkeit, nicht nach Bastelqualität.

Was braucht man dafür?

Tonkarton, Papier, Schere, Kleber und Musterklammern.

Wie lange dauert ein Lapbook?

Drei bis fünf Unterrichtsstunden.

Sollte man Vorlagen ausdrucken?

Grundformen ja, Inhalte selbst erarbeiten lassen.

Geht ein Lapbook auch digital?

Ja, in höheren Klassen – in der Grundschule ist Papier sinnvoller.

Quellen

Das passt dazu

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