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Kurzantwort: Eine eidesstattliche Erklärung ist eine schriftliche Erklärung, mit der du die Richtigkeit einer Tatsache „an Eides statt“ versicherst. Sie braucht deinen vollen Namen, Geburtsdatum, Anschrift, den Sachverhalt in eigenen Worten, den Belehrungssatz zur Strafbarkeit, Ort, Datum und Unterschrift. Eine falsche Versicherung vor einer zuständigen Stelle kostet nach § 156 StGB bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe, fahrlässig nach § 161 StGB bis zu ein Jahr. Zwei Muster findest du unten.
Die eidesstattliche Erklärung ersetzt einen Beweis, den du nicht führen kannst. Das verlorene Zeugnis, die vernichtete Zulassungsbescheinigung, die Tatsache, dass du deine Bachelorarbeit selbst geschrieben hast: Für all das gibt es kein Dokument, also versicherst du es.
Das Gesetz spricht von der „Versicherung an Eides statt“. Im Alltag heißt sie eidesstattliche Erklärung oder eidesstattliche Versicherung, gemeint ist dasselbe Instrument. Unten steht ein allgemeines Muster, danach die Variante für Hochschulen, dann die Regeln, wer sie verlangen darf und was bei falschen Angaben droht.
Muster 1: Allgemeine eidesstattliche Erklärung
Eidesstattliche Erklärung
Ich, Vorname Nachname, geboren am Datum in Ort, wohnhaft Straße Hausnummer, PLZ Ort, erkläre hiermit an Eides statt:
Die Zulassungsbescheinigung Teil II für das Fahrzeug mit dem Kennzeichen B-AB 1234, Fahrzeug-Identifizierungsnummer WVW…, ist mir abhandengekommen. Ich habe das Dokument zuletzt am 20.08.2026 in meiner Wohnung gesehen. Trotz gründlicher Suche konnte ich es nicht wiederfinden. Ich habe es weder verkauft noch verpfändet noch einer anderen Person überlassen. Sollte ich es wiederfinden, werde ich es unverzüglich bei der Zulassungsbehörde abgeben.
Mir ist bekannt, dass eine falsche Versicherung an Eides statt nach § 156 StGB mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe und eine fahrlässig falsche Versicherung nach § 161 StGB mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft wird.
Ich versichere, dass ich diese Erklärung nach bestem Wissen und Gewissen abgegeben habe und dass sie vollständig und wahr ist.
Ort, Datum
Unterschrift
Muster 2: Eidesstattliche Erklärung zur Abschlussarbeit
Eidesstattliche Erklärung
Ich, Vorname Nachname, Matrikelnummer 123456, versichere an Eides statt, dass ich die vorliegende Bachelorarbeit mit dem Titel „Titel der Arbeit“ selbstständig und ohne unzulässige fremde Hilfe verfasst habe. Ich habe keine anderen als die angegebenen Quellen und Hilfsmittel benutzt. Alle Stellen, die wörtlich oder sinngemäß aus veröffentlichten oder unveröffentlichten Schriften entnommen sind, habe ich als solche kenntlich gemacht. Der Einsatz von KI-Werkzeugen ist im Anhang dokumentiert. / KI-Werkzeuge wurden nicht eingesetzt.
Die Arbeit hat in gleicher oder ähnlicher Form noch keiner Prüfungsbehörde vorgelegen. Die eingereichte elektronische Fassung stimmt mit der gedruckten Fassung überein.
Mir ist bekannt, dass eine falsche eidesstattliche Erklärung strafbar ist und prüfungsrechtliche Folgen bis zur Aberkennung des Abschlusses haben kann.
Ort, Datum
Unterschrift
Die meisten Hochschulen geben den genauen Wortlaut in der Prüfungsordnung vor. Übernimm ihn dann wörtlich; das Muster hilft, wenn deine Fakultät keinen vorgibt.
Was in jede eidesstattliche Erklärung gehört
Vollständige Identität. Name, Geburtsdatum und Anschrift, damit die Erklärung dir eindeutig zuzuordnen ist. Bei Hochschulen die Matrikelnummer.
Der Sachverhalt in eigenen Worten. Schreibe, was du selbst weißt, mit Datum und Ort. „Ich habe das Zeugnis nicht mehr“ ist schwach. „Ich habe das Zeugnis zuletzt am … in … gesehen; bei meinem Umzug am … ist es abhandengekommen“ ist eine Tatsache, die geprüft werden kann. Vermutungen kennzeichnest du als solche.
Die Belehrung. Der Satz zur Strafbarkeit ist rechtlich nicht vorgeschrieben, wird aber von fast jeder Stelle verlangt. Er zeigt, dass du die Bedeutung der Erklärung kennst.
Ort, Datum, eigenhändige Unterschrift. Ohne Unterschrift ist die Erklärung wertlos. Eine eingescannte Unterschrift akzeptieren viele Stellen nicht.
Wer eine eidesstattliche Erklärung verlangen darf
Behörden dürfen nach § 27 VwVfG eine Versicherung an Eides statt nur verlangen, wenn ein Gesetz oder eine Verordnung das für dieses Verfahren vorsieht, und nur, wenn andere Beweismittel fehlen oder unverhältnismäßig wären. Zulassungsstellen verlangen sie üblicherweise beim Verlust der Zulassungsbescheinigung Teil II, bevor das Dokument nach § 14 Abs. 5 FZV aufgeboten wird. Im Zivilprozess dient sie nach § 294 ZPO der Glaubhaftmachung, etwa bei einem Antrag auf einstweilige Verfügung.
Versicherungen, Vermieter, Arbeitgeber oder Online-Händler dürfen sie zwar anfordern, sind aber keine „zuständige Stelle“ im Sinne des Strafrechts. Eine falsche Erklärung ihnen gegenüber ist Betrug oder Vertragsbruch, aber keine Straftat nach § 156 StGB.
Strafbarkeit und Vorsicht
§ 156 StGB bestraft die falsche Versicherung an Eides statt vor einer zuständigen Behörde mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe. § 161 StGB senkt den Rahmen bei Fahrlässigkeit auf ein Jahr, lässt die Strafe aber entfallen, wenn du die falsche Angabe rechtzeitig berichtigst. Wer also merkt, dass er sich geirrt hat, korrigiert sofort schriftlich.
Schreibe deshalb nur, was du weißt. Für alles andere gibt es das Wort „vermutlich“. Verlangt ein Gericht eine eidesstattliche Versicherung, etwa im Erbscheinverfahren nach § 352 FamFG oder als Vermögensauskunft beim Gerichtsvollzieher, gehört der Text vorher in die Hand eines Anwalts oder Notars. Dieser Artikel ersetzt keine Rechtsberatung.
Häufige Fragen
Muss eine eidesstattliche Erklärung notariell beglaubigt werden?
Nur wenn die anfordernde Stelle es verlangt, etwa das Nachlassgericht. Für Hochschulen und Zulassungsstellen reicht die eigenhändige Unterschrift.
Ist eine eidesstattliche Erklärung per E-Mail gültig?
In der Regel nein. Die Stellen verlangen das Original mit Unterschrift. Frag vorher nach.
Was ist der Unterschied zur eidesstattlichen Versicherung?
Keiner in der Sache. Das Gesetz nennt beide „Versicherung an Eides statt“. Im Vollstreckungsrecht heißt sie heute Vermögensauskunft.
Kann ich eine eidesstattliche Erklärung zurücknehmen?
Berichtigen ja. Nach § 161 Abs. 2 StGB bleibst du bei rechtzeitiger Korrektur einer fahrlässig falschen Angabe straffrei.
Darf mein Arbeitgeber eine eidesstattliche Erklärung verlangen?
Er darf sie erbitten. Eine Pflicht besteht nicht, und eine falsche Angabe ihm gegenüber fällt nicht unter § 156 StGB.
Welche Belehrung muss die Hochschule vorgeben?
Das regelt die Prüfungsordnung. Fehlt ein Wortlaut, nimm das Muster 2 und ergänze die Vorgaben deiner Fakultät.
Quellen
- § 156 StGB Falsche Versicherung an Eides Statt
- § 161 StGB Fahrlässiger Falscheid; fahrlässige falsche Versicherung an Eides Statt
- § 27 VwVfG Versicherung an Eides statt
- § 294 ZPO Glaubhaftmachung
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Geschrieben von Bella, Redaktion gratisvordrucke.de — sie schreibt hier über Vorlagen, Musterschreiben und was rechtlich hineingehört.







