Screenshot showing the shortcut template in hewiki

Ursache-Wirkungs-Diagramm Vorlage: 6M-Raster zum Ausfüllen

Kurzantwort: Ein Ursache-Wirkungs-Diagramm (Ishikawa- oder Fischgräten-Diagramm) stellt rechts die Wirkung, also das Problem, und links auf sechs Gräten die möglichen Ursachen dar: Mensch, Maschine, Material, Methode, Messung und Mitwelt. Die Vorlage unten enthält für jede Kategorie Felder für Haupt- und Nebenursachen sowie eine Bewertung, welche Ursache zuerst geprüft wird. Entwickelt hat das Werkzeug Kaoru Ishikawa 1943.

Wenn ein Problem mehrere mögliche Ursachen hat, hilft eine Liste wenig. Das Ursache-Wirkungs-Diagramm sortiert die Kandidaten nach Kategorien, macht Lücken sichtbar und zwingt das Team, alle Bereiche anzusehen, nicht nur den, in dem es sich auskennt.

Dieser Artikel liefert die Vorlage als Text, den du in Word, Excel oder auf ein Flipchart überträgst, dazu Leitfragen für jede Kategorie, die Ausfüllschritte und ein Beispiel. Wer die Vorlage für ein Ursache-Wirkungs-Diagramm sucht, findet hier alle Felder und weiß am Ende, was in jedes gehört.

Was das Diagramm zeigt

Kaoru Ishikawa (1915 bis 1989), Chemiker an der Universität Tokio, entwickelte das Diagramm 1943. Es zählt zu den sieben elementaren Qualitätswerkzeugen (Q7). Ursprünglich gab es vier Kategorien, die 4M: Material, Maschine, Methode, Mensch. Später kamen Messung und Mitwelt (Milieu) dazu, in der 8M-Variante zusätzlich Management und Money.

Die Form erklärt den Namen: Ein waagerechter Pfeil zeigt auf die Wirkung, schräge Pfeile führen von jeder Kategorie darauf zu, und an diesen Gräten hängen die einzelnen Ursachen. Das Diagramm liefert eine geordnete Liste von Hypothesen, die anschließend geprüft werden.

Die Vorlage

Ursache-Wirkungs-Diagramm

Wirkung (Problem, messbar formuliert): [z. B. „Im April kamen 38 von 1.200 Lieferungen später als zugesagt“]
Datum: [TT.MM.JJJJ] · Team: [Namen, Funktionen] · Moderation: [Name]

Mensch
Hauptursache 1: [ … ] → Nebenursachen: [ … ], [ … ]
Hauptursache 2: [ … ] → Nebenursachen: [ … ]

Maschine (Anlagen, Werkzeuge, Software)
Hauptursache 1: [ … ] → Nebenursachen: [ … ]
Hauptursache 2: [ … ] → Nebenursachen: [ … ]

Material (Rohstoffe, Zulieferteile, Daten)
Hauptursache 1: [ … ] → Nebenursachen: [ … ]
Hauptursache 2: [ … ] → Nebenursachen: [ … ]

Methode (Abläufe, Anweisungen, Planung)
Hauptursache 1: [ … ] → Nebenursachen: [ … ]
Hauptursache 2: [ … ] → Nebenursachen: [ … ]

Messung (Prüfmittel, Kennzahlen, Toleranzen)
Hauptursache 1: [ … ] → Nebenursachen: [ … ]
Hauptursache 2: [ … ] → Nebenursachen: [ … ]

Mitwelt (Umgebung, Temperatur, Lärm, Markt, Lieferanten)
Hauptursache 1: [ … ] → Nebenursachen: [ … ]
Hauptursache 2: [ … ] → Nebenursachen: [ … ]

Bewertung
Wahrscheinlichste Ursache (Punkte je Teammitglied): 1. [ … ] ([n] Punkte) · 2. [ … ] ([n] Punkte) · 3. [ … ] ([n] Punkte)
Prüfung der Ursache 1 durch: [Messung / Beobachtung / Datenauswertung] · bis: [TT.MM.JJJJ] · Verantwortlich: [Name]
Ergebnis der Prüfung: [bestätigt / nicht bestätigt] · Maßnahme: [ … ]

Leitfragen für die sechs Kategorien

Mensch: Wer war beteiligt? Waren die Personen eingearbeitet? Gab es Zeitdruck, Wechsel, Vertretung, unklare Zuständigkeit?

Maschine: Welche Anlage oder Software war im Spiel? Wann wurde sie gewartet? Gab es Störungen, Updates, Verschleiß?

Material: Was ging in den Prozess hinein? Neuer Lieferant, andere Charge, fehlerhafte Eingangsdaten?

Methode: Gibt es eine Arbeitsanweisung? Wurde sie befolgt? Ist sie aktuell? Fehlt ein Schritt, eine Freigabe, eine Rückmeldung?

Messung: Wie wurde der Fehler erkannt? Sind Prüfmittel kalibriert? Werden die richtigen Kennzahlen erhoben, und rechtzeitig?

Mitwelt: Temperatur, Feuchte, Lärm, Beleuchtung, Platz? Außen: Lieferanten, Kunden, gesetzliche Vorgaben, Saison?

So füllst du die Vorlage aus

1. Wirkung festlegen. Das Problem kommt mit Zahl und Zeitraum in den Kopf der Vorlage. Zwei Probleme brauchen zwei Diagramme.

2. Kategorien wählen. Die 6M sind der Standard. Für Dienstleistungen ersetzt manches Team „Maschine“ durch „Systeme“ und „Material“ durch „Informationen“. Erlaubt ist, was zum Prozess passt.

3. Ursachen sammeln. Im Team, jede Kategorie einzeln, ohne Bewertung. Jede Hauptursache wird mit „Warum?“ vertieft, bis die Nebenursachen konkret sind.

4. Vollständigkeit prüfen. Eine leere Kategorie ist ein Warnsignal. Meist fehlt dort Wissen am Tisch.

5. Gewichten und prüfen. Jedes Teammitglied vergibt Punkte, etwa drei pro Person. Die drei Ursachen mit den meisten Punkten werden mit Daten geprüft. Erst eine bestätigte Ursache bekommt eine Maßnahme.

Beispiel

Wirkung: In der Kantine kommen im Winter täglich Beschwerden über kalte Suppe. Mensch: Ausgabe ohne Einweisung in die Warmhaltezeiten. Maschine: Bain-Marie heizt an einer Seite nicht. Material: Suppe wird im großen Topf angeliefert und kühlt beim Umfüllen aus. Methode: keine Temperaturkontrolle vor der Ausgabe. Messung: kein Thermometer an der Ausgabe. Mitwelt: Ausgabefenster steht im Durchzug zum Hof. Nach der Punktevergabe prüft das Team zuerst das Heizgerät und führt eine Temperaturmessung vor der Ausgabe ein. Das Beispiel ist erfunden und dient nur der Anschauung.

Grenzen des Werkzeugs

Bei komplexen Problemen wird das Diagramm unübersichtlich; dann hilft es, nur die drei stärksten Gräten weiterzuverfolgen. Wechselwirkungen zwischen Ursachen und zeitliche Abfolgen bildet es nicht ab. Und es ersetzt keine Prüfung: Alles, was auf dem Blatt steht, ist bis zum Beleg eine Vermutung. Für die Tiefe einer einzelnen Ursache eignet sich die 5x-Warum-Kette.

Häufige Fragen

Gibt es die Vorlage für Word, Excel oder PowerPoint?

Die Felder oben lassen sich in jede dieser Anwendungen übertragen: eine Tabelle mit sechs Zeilen für die Kategorien und drei Spalten für Haupt-, Nebenursache und Bewertung. Für die Grätenform reicht die SmartArt-Vorlage „Fischgräte“ in PowerPoint.

Muss ich alle sechs Kategorien nutzen?

Nein. Vier bis acht sind üblich. Wichtig ist, dass das Team vorher festlegt, welche gelten, und keine nachträglich weglässt, weil sie leer bleibt.

Wie viele Personen sollten mitmachen?

Drei bis sieben, aus verschiedenen Bereichen des Prozesses. Eine Person allein füllt nur die Kategorie, die sie kennt.

Wie lange dauert das Ausfüllen?

Für ein klar beschriebenes Problem 45 bis 90 Minuten. Die Prüfung der Ursachen dauert danach je nach Datenlage Tage.

Was ist der Unterschied zur 5x-Warum-Methode?

Das Diagramm sammelt in die Breite, die Warum-Kette bohrt in die Tiefe. Beides zusammen ergibt eine vollständige Ursachenanalyse.

Quellen

Das passt dazu

Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:

Geschrieben von Bella, Redaktion gratisvordrucke.de — sie schreibt hier über Vorlagen, Musterschreiben und was rechtlich hineingehört.


Nach oben scrollen