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Kündigung online schreiben kostenlos: drei Wege und ein Muster

Kurzantwort: Kostenlos und online kündigst du auf drei Wegen: über den Kündigungsbutton „Verträge hier kündigen“, den Anbieter nach § 312k BGB für online geschlossene Verträge bereithalten müssen, mit den kostenlosen Musterbriefen der Verbraucherzentrale oder mit dem Muster unten, das du in eine E-Mail oder ein Kontaktformular kopierst. Das funktioniert bei allen Verträgen, für die Textform reicht (§ 126b BGB): Abos, Handy, Strom, Fitnessstudio, Versicherungen. Für den Arbeitsvertrag (§ 623 BGB) und die Wohnung (§ 568 BGB) geht es nur auf Papier mit eigenhändiger Unterschrift.

Kündigung schreiben online kostenlos“ tippen Leute ein, die zwei Dinge wollen: keinen Drucker anwerfen und kein Geld an ein Portal zahlen. Beides ist möglich, und zwar bei den meisten Verträgen des Alltags. Der Gesetzgeber hat die Textform zum Standard gemacht und seit Juli 2022 mit dem Kündigungsbutton nachgelegt.

Trotzdem gibt es zwei Verträge, bei denen jede Online-Kündigung ins Leere läuft. Deshalb steht hier zuerst die Grenze, dann die drei kostenlosen Wege, dann das Muster mit der E-Mail-Variante, dann die Fristen, die ein Online-Portal auch nicht verkürzen kann.

Was online rechtlich geht und was nicht

Textform nach § 126b BGB bedeutet: eine lesbare Erklärung, in der du als Absender genannt bist, auf einem dauerhaften Datenträger. Eine E-Mail erfüllt das, ein Kontaktformular mit Bestätigung ebenso, ein Fax auch. Eine Unterschrift ist nicht nötig. Für Verbraucherverträge ist das der Standard: Nach § 309 Nummer 13 BGB dürfen Anbieter in ihren AGB für Erklärungen keine strengere Form als die Textform verlangen.

Zwei Ausnahmen stehen im Gesetz. § 623 BGB: Die Beendigung von Arbeitsverhältnissen durch Kündigung bedarf „zu ihrer Wirksamkeit der Schriftform; die elektronische Form ist ausgeschlossen“. § 568 BGB: Die Kündigung des Mietverhältnisses „bedarf der schriftlichen Form“. Schriftform heißt Papier plus eigenhändige Unterschrift. Wer den Job oder die Wohnung per E-Mail kündigt, hat nicht gekündigt. Online schreiben kannst du den Text trotzdem, drucken und unterschreiben musst du ihn.

Weg 1: Der Kündigungsbutton nach § 312k BGB

Hast du den Vertrag über eine Webseite abgeschlossen, muss der Anbieter dort eine Schaltfläche bereithalten, die „gut lesbar mit nichts anderem als den Wörtern ‚Verträge hier kündigen‘ oder mit einer entsprechenden eindeutigen Formulierung beschriftet“ ist. Sie führt zu einer Bestätigungsseite, auf der du Art der Kündigung, deine Identität, den Vertrag und den Kündigungszeitpunkt angibst. Nach dem Klick auf „jetzt kündigen“ muss der Anbieter dir „sofort auf elektronischem Wege in Textform“ bestätigen, wann die Kündigung eingegangen ist und wann der Vertrag endet.

Zwei Details machen den Button stark. Erstens: Gibst du keinen Zeitpunkt an, wirkt die Kündigung „im Zweifel zum frühestmöglichen Zeitpunkt“ (Absatz 5). Zweitens: Fehlt der Button ganz, kannst du den Vertrag nach Absatz 6 „jederzeit und ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist kündigen“. Ausgenommen sind Verträge, die eine strengere Form als die Textform verlangen, und Finanzdienstleistungen.

Weg 2: Musterbriefe der Verbraucherzentrale

Die Verbraucherzentrale stellt unter verbraucherzentrale.de/musterbriefe kostenlose Vorlagen bereit, sortiert nach Themen wie Finanzen und Digitales. Die Texte sind ohne Anmeldung nutzbar und nennen die passenden Paragrafen. Du kopierst den Text, ersetzt die Platzhalter und schickst ihn als E-Mail oder über das Kontaktformular des Anbieters.

Weg 3: Das Muster zum Kopieren

Betreff: Kündigung des Vertrags [Vertragsart, z. B. Mobilfunkvertrag] – Kundennummer [Nummer]

Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit kündige ich den mit Ihnen geschlossenen Vertrag [Bezeichnung, z. B. Tarif „XY“ / Mitgliedschaft Nr. …] mit der Kundennummer [Nummer] fristgerecht zum nächstmöglichen Zeitpunkt, nach meiner Berechnung zum [Datum].

[Bei Sonderkündigung: Ich kündige außerordentlich zum [Datum]. Grund: [Preiserhöhung vom [Datum] / Umzug in ein Gebiet ohne Versorgung / Wegfall der Leistung]. Die Kündigung gilt hilfsweise auch als ordentliche Kündigung zum nächstmöglichen Zeitpunkt.]

Bitte bestätigen Sie mir den Eingang dieser Kündigung und das Vertragsende schriftlich per E-Mail an [E-Mail-Adresse]. Einer stillschweigenden Verlängerung widerspreche ich. Bitte ziehen Sie nach dem Vertragsende keine weiteren Beträge von meinem Konto ein.

Mit freundlichen Grüßen

[Vorname Nachname]
[Straße Hausnummer]
[PLZ Ort]
[Geburtsdatum, falls der Anbieter es zur Identifizierung verlangt]

Kündigung schreiben online kostenlos per E-Mail: darauf achten

Schick die Kündigung an die Adresse, die der Anbieter im Impressum oder in den AGB für Kündigungen nennt, nicht an den Newsletter-Absender. Setz dich selbst in Kopie oder speichere die gesendete Mail. Bleibt die Bestätigung nach einer Woche aus, schickst du die Kündigung ein zweites Mal und verweist auf das erste Datum. Der Zugang zählt, und den musst du im Streitfall belegen.

Fristen, die kein Portal verkürzt

Bei Verträgen über regelmäßige Lieferungen oder Leistungen setzt § 309 Nummer 9 BGB die Grenzen für Anbieter-AGB: keine Laufzeit über zwei Jahre, nach der ersten Laufzeit nur noch eine Verlängerung auf unbestimmte Zeit mit einer Kündigungsfrist von höchstens einem Monat, und eine Kündigungsfrist zum Ende der Erstlaufzeit von höchstens einem Monat. Versicherungsverträge sind ausgenommen. Steht in deinem Vertrag eine längere Frist, ist die Klausel unwirksam, die gesetzliche Grenze gilt.

Kostenfallen bei Online-Kündigungsdiensten

Portale, die „Kündigung in zwei Minuten“ versprechen, verlangen häufig Geld für den Versand per Fax oder Einschreiben oder verkaufen ein Abo für weitere Kündigungen. Prüfe vor dem Absenden, ob ein Preis angezeigt wird, und gib keine Zahlungsdaten ein, wenn du nur kündigen willst. Alles, was ein solches Portal tut, kannst du mit dem Muster oben selbst tun. Bei Verträgen mit Kündigungsbutton hat der Anbieter dir den kürzesten Weg ohnehin gesetzlich bereitzustellen.

Häufige Fragen

Brauche ich eine Unterschrift bei der Online-Kündigung?

Nein, wenn Textform reicht. § 126b BGB verlangt nur, dass die Person des Erklärenden genannt ist. Bei Job und Wohnung ist die eigenhändige Unterschrift Pflicht.

Was mache ich, wenn der Anbieter keinen Kündigungsbutton hat?

Bei online geschlossenen Verträgen gilt § 312k Absatz 6 BGB: Du kannst jederzeit ohne Frist kündigen. Schreib das in die E-Mail und nenne den Paragrafen.

Kann ich die Kündigung per WhatsApp schicken?

Eine Nachricht auf einem dauerhaften Datenträger erfüllt die Textform. Ob der Anbieter diesen Kanal für Kündigungen akzeptiert, steht in den AGB. Sicherer ist die E-Mail an die dort genannte Adresse.

Muss der Anbieter die Kündigung bestätigen?

Beim Kündigungsbutton ja, sofort und in Textform (§ 312k Absatz 4 BGB). Bei E-Mail gibt es keine gesetzliche Bestätigungspflicht, deshalb forderst du sie im Muster ausdrücklich an.

Gilt die Kündigung, wenn die E-Mail im Spam landet?

Die Kündigung ist zugegangen, sobald sie im Postfach des Anbieters abrufbar ist. Beweisen musst du das aber, deshalb Sendekopie aufheben und bei ausbleibender Bestätigung nachfassen.

Kann ich das Muster auch für die Kündigung einer Versicherung nutzen?

Ja, Versicherungen kündigst du in Textform. Die Fristen richten sich nach dem Versicherungsvertragsgesetz und dem Vertrag; § 309 Nummer 9 BGB gilt hier nicht.

Quellen

§ 312k BGB – Kündigung von Verbraucherverträgen im elektronischen Geschäftsverkehr (gesetze-im-internet.de)
§ 126b BGB – Textform (gesetze-im-internet.de)
§ 623 BGB – Schriftform der Kündigung (gesetze-im-internet.de)
Verbraucherzentrale: Alle Musterbriefe

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Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:

Geschrieben von Bella, Redaktion gratisvordrucke.de — sie schreibt hier über Vorlagen, Musterschreiben und was rechtlich hineingehört.


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