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Muster Quittung Barzahlung: Vorlage mit allen Pflichtangaben

Kurzantwort: Eine Quittung für eine Barzahlung enthält Datum, Ort, Betrag in Ziffern und Worten, den Zweck der Zahlung, Name und Anschrift von Zahler und Empfänger sowie die Unterschrift des Empfängers. Nach § 368 BGB muss der Empfänger sie auf Verlangen ausstellen. Soll die Quittung als Rechnung fürs Finanzamt taugen, braucht sie bis 250 Euro die Angaben nach § 33 UStDV, darüber die vollständige Rechnung nach § 14 UStG. Das Muster steht unten.

Bargeld hinterlässt keine Spur auf dem Kontoauszug. Wer die gebrauchte Waschmaschine, die Nachhilfestunde oder die Kaution bar bezahlt, hat ohne Quittung im Streit keinen Beweis. Umgekehrt braucht der Empfänger die Quittung für seine Aufzeichnungen, wenn er gewerblich handelt.

Eine Quittung bestätigt nur, dass Geld geflossen ist; Vertrag und Rechnung sind eigene Dokumente. Deshalb ist sie kurz, und deshalb kommt es auf wenige Angaben an, die alle vorhanden sein müssen. Dieser Artikel zeigt das Muster, die rechtliche Grundlage und die Grenze, ab der Bargeld im Handel ab 2027 nicht mehr erlaubt ist.

Der Anspruch auf die Quittung: § 368 BGB

§ 368 BGB: „Der Gläubiger hat gegen Empfang der Leistung auf Verlangen ein schriftliches Empfangsbekenntnis (Quittung) zu erteilen.“ Der Gläubiger ist derjenige, der das Geld bekommt. Er muss die Quittung ausstellen, wenn der Zahler sie verlangt; von sich aus muss er nichts tun. Hat der Zahler ein berechtigtes Interesse an einer bestimmten Form, etwa an einer Quittung auf dem Vordruck seines Arbeitgebers, kann er sie in dieser Form verlangen.

Die Kosten der Quittung trägt nach § 369 BGB der Schuldner, also der Zahler, sofern nichts anderes vereinbart ist. In der Praxis spielt das nur bei notariellen oder beglaubigten Quittungen eine Rolle.

Das Muster

Quittung Nr. [laufende Nummer]

Betrag: [1.250,00] Euro
in Worten: [eintausendzweihundertfünfzig] Euro

von: [Vorname Nachname des Zahlers]
[Straße Hausnummer, PLZ Ort]

an: [Vorname Nachname / Firma des Empfängers]
[Straße Hausnummer, PLZ Ort]

für: [Kaufpreis für gebrauchte Waschmaschine Marke X, Seriennummer Y, laut Kaufvertrag vom …] / [Mietkaution für die Wohnung …] / [Nachhilfe Mathematik, 5 Stunden im Monat …]

Zahlungsart: bar    Zahlung erhalten am: [TT.MM.JJJJ] in [Ort]

[Bei Unternehmern bis 250 Euro brutto: Der Betrag enthält [19] Prozent Umsatzsteuer. / Als Kleinunternehmer nach § 19 UStG weise ich keine Umsatzsteuer aus. / Privatverkauf, keine Umsatzsteuer.]

Der Empfänger bestätigt, den oben genannten Betrag vollständig in bar erhalten zu haben.

[Ort], [Datum]    [Unterschrift des Empfängers]

Warum jede Zeile drinsteht

Betrag in Ziffern und Worten. Die Wiederholung in Worten verhindert, dass aus 1.250 später 1.750 wird.

Der Zweck. „Für erhaltene Leistung“ reicht nicht. Nur mit Bezug auf den Kaufvertrag, die Wohnung oder den Monat kann der Zahler beweisen, welche Schuld getilgt ist. Bei Teilzahlungen schreibst du „Teilzahlung 2 von 4 auf den Kaufpreis von … Euro, Restbetrag … Euro“.

Unterschrift des Empfängers. Nur seine Unterschrift zählt. Die Quittung ist ein Empfangsbekenntnis. Der Zahler unterschreibt nichts und bekommt das Original. Der Empfänger behält eine Kopie oder den Durchschlag.

Laufende Nummer. Für Unternehmer Pflicht bei Rechnungen und sinnvoll bei Quittungen, weil die Buchhaltung Lücken erkennen muss. Privatpersonen können sie weglassen.

Quittung als Rechnung: § 33 UStDV und § 14 UStG

Gewerbliche Empfänger stellen meist Rechnung und Quittung in einem Dokument aus. Bis 250 Euro brutto reicht die Kleinbetragsrechnung nach § 33 UStDV mit vier Angaben: vollständiger Name und Anschrift des leistenden Unternehmers, Ausstellungsdatum, Menge und Art der Lieferung oder Umfang und Art der Leistung sowie Entgelt und Steuerbetrag in einer Summe mit dem Steuersatz. Bei Steuerbefreiung steht ein Hinweis darauf.

Über 250 Euro braucht der Zahler, wenn er Vorsteuer ziehen will, die vollständige Rechnung nach § 14 Abs. 4 UStG mit Steuernummer oder Umsatzsteuer-Identifikationsnummer, fortlaufender Rechnungsnummer, Name und Anschrift des Empfängers, Leistungszeitpunkt sowie Netto, Steuersatz und Steuerbetrag getrennt. Die Quittung ergänzt dann nur den Vermerk „Betrag bar erhalten am …“ mit Unterschrift.

Bargeldgrenze ab 2027

Bisher gilt in Deutschland keine allgemeine Obergrenze für Barzahlungen. Güterhändler müssen nach § 10 Abs. 6a GwG ab Barzahlungen von 10.000 Euro, bei Edelmetallen schon ab 2.000 Euro, den Kunden identifizieren und die Sorgfaltspflichten des Geldwäschegesetzes erfüllen.

Mit der EU-Geldwäscheverordnung (Verordnung (EU) 2024/1624) kommt eine feste Grenze. Die BaFin schreibt in ihren Auslegungs- und Anwendungshinweisen mit Stand Juli 2025, dass die Verordnung ab dem 10. Juli 2027 unmittelbar anwendbar ist und im Zusammenhang mit der Bargeldobergrenze eine Meldepflicht für Zahlungen über 10.000 Euro vorsieht. Die Berliner Zeitung fasst die Regel am 1. August 2026 so zusammen: Betroffen sind Zahlungen, bei denen mindestens eine Seite beruflich handelt; Zahlungen zwischen Privatpersonen außerhalb eines beruflichen Zusammenhangs sind ausgenommen, auch der private Gebrauchtwagenkauf über 10.000 Euro. Wer größere Beträge bar zahlt, braucht die Quittung umso mehr.

Häufige Fragen

Muss der Empfänger die Quittung unterschreiben?

Ja. Ohne Unterschrift des Empfängers ist das Papier kein Empfangsbekenntnis nach § 368 BGB. Ein gedruckter Name reicht nicht.

Gilt ein Kassenbon als Quittung?

Für den Nachweis der Zahlung ja, weil er Betrag, Datum und Verkäufer nennt. Bis 250 Euro erfüllt er meist auch die Angaben der Kleinbetragsrechnung nach § 33 UStDV.

Darf ich eine Quittung handschriftlich ausstellen?

Ja. Das Gesetz verlangt nur ein schriftliches Empfangsbekenntnis. Quittungsblöcke aus dem Schreibwarenhandel sind zulässig, eine handgeschriebene Quittung mit allen Angaben ebenso.

Wie lange muss ich Quittungen aufbewahren?

Privat so lange, wie Ansprüche verjähren können, bei Kaufverträgen drei Jahre nach § 195 BGB. Unternehmer bewahren Buchungsbelege, dazu zählen Quittungen, nach § 147 Abs. 3 AO acht Jahre auf.

Kann ich eine Quittung nachträglich ausstellen?

Ja, mit dem tatsächlichen Zahlungsdatum und dem Ausstellungsdatum. Beide Daten gehören dann auf das Papier, damit niemand eine Rückdatierung vermutet.

Was, wenn der Empfänger keine Quittung ausstellen will?

§ 368 BGB verlangt die Quittung „gegen Empfang der Leistung“, also Zug um Zug. Du darfst die Zahlung zurückhalten, bis die Quittung vorliegt. Zahl erst, wenn die Quittung vorbereitet ist und nur noch die Unterschrift fehlt.

Quellen

§ 368 BGB – Quittung
§ 33 UStDV – Rechnungen über Kleinbeträge
BaFin: Auslegungs- und Anwendungshinweise zum GwG, Stand Juli 2025
Berliner Zeitung: Bargeld-Grenze 2027 – was seit dem 10. Juli wirklich gilt

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Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:

Geschrieben von Bella, Redaktion gratisvordrucke.de — sie schreibt hier über Vorlagen, Musterschreiben und was rechtlich hineingehört.


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