Inhalt
Kurzantwort: Ein privater Darlehensvertrag ist auch mündlich gültig. Schriftlich brauchst du ihn trotzdem, weil du sonst vor Gericht nichts beweisen kannst. Hinein gehören Name und Anschrift beider Seiten, die Summe, der Auszahlungstag, die Zinsen (oder der Satz „zinslos“), der Rückzahlungsplan und eine Kündigungsregel. Das Muster unten deckt alle Punkte ab und folgt den §§ 488 bis 490 BGB.
Geld in der Familie oder unter Freunden zu verleihen ist alltäglich. Ein Vertrag dafür wirkt vielen wie Misstrauen. Das Gegenteil stimmt: Wer die Rückzahlung schriftlich festhält, schützt die Beziehung, weil später niemand streiten muss, was „bald“ bedeutet.
Das Gesetz stellt an einen Darlehensvertrag zwischen Privatpersonen keine Formvorgabe. § 488 BGB verlangt nur, dass der Geber Geld zur Verfügung stellt und der Nehmer es bei Fälligkeit zurückzahlt. Alles Weitere legt ihr selbst fest.
Das Muster unten kannst du wörtlich übernehmen. Die kursiv gesetzten Felder ersetzt du durch eure Angaben. Danach erkläre ich dir jeden Paragrafen und sage dir, wo das Finanzamt mitliest.
Das Muster: Darlehensvertrag zwischen Privatpersonen
Darlehensvertrag
zwischen Vorname Nachname, Straße Hausnummer, PLZ Ort (Darlehensgeber)
und Vorname Nachname, Straße Hausnummer, PLZ Ort (Darlehensnehmer)
§ 1 Darlehenssumme und Auszahlung
Der Darlehensgeber gewährt dem Darlehensnehmer ein Darlehen in Höhe von 5.000,00 Euro (in Worten: fünftausend Euro). Die Auszahlung erfolgt am 15.10.2026 durch Überweisung auf das Konto IBAN. Der Darlehensnehmer bestätigt den Empfang durch gesonderte Quittung.
§ 2 Zinsen
Das Darlehen wird mit 3,0 Prozent pro Jahr verzinst. Die Zinsen werden zusammen mit den Raten nach § 3 gezahlt. Alternativ: Das Darlehen wird zinslos gewährt.
§ 3 Rückzahlung
Der Darlehensnehmer zahlt das Darlehen in 20 monatlichen Raten zu je 250,00 Euro zurück, erstmals am 01.12.2026, danach jeweils zum Monatsersten auf das Konto IBAN des Darlehensgebers. Sondertilgungen sind jederzeit ohne Aufschlag möglich.
§ 4 Kündigung
Beide Seiten können den Vertrag mit einer Frist von drei Monaten zum Monatsende kündigen. Bei Kündigung wird der offene Restbetrag samt aufgelaufener Zinsen zum Ende der Frist fällig. Das Recht zur Kündigung aus wichtigem Grund bleibt unberührt.
§ 5 Verzug
Gerät der Darlehensnehmer mit zwei Raten in Verzug, kann der Darlehensgeber den gesamten Restbetrag sofort fällig stellen. Für die Dauer des Verzugs gilt der gesetzliche Verzugszins nach § 288 Abs. 1 BGB.
§ 6 Sicherheiten
Keine. / Der Darlehensnehmer übereignet zur Sicherheit … (Gegenstand, Fahrzeug-Identifizierungsnummer).
§ 7 Schlussbestimmungen
Änderungen und Ergänzungen dieses Vertrags bedürfen der Schriftform. Mündliche Nebenabreden bestehen nicht. Sollte eine Bestimmung unwirksam sein, bleibt der Vertrag im Übrigen wirksam.
Ort, Datum
Darlehensgeber Darlehensnehmer
Drucke den Vertrag zweimal aus. Beide unterschreiben beide Exemplare, jeder behält eines. Die Auszahlung überweist du, nie bar: Der Kontoauszug ist dein zweiter Beleg.
Was in jeden Paragrafen gehört und warum
§ 1 Summe und Auszahlung. Die Summe in Ziffern und Worten verhindert Tippfehler, die später zum Streit führen. Der Auszahlungstag ist wichtig, weil von ihm die Zinsen laufen. Die Quittung beweist, dass das Geld angekommen ist. Die Überweisung reicht als Quittung, wenn im Verwendungszweck „Darlehen“ steht.
§ 2 Zinsen. Ein Privatdarlehen darf zinslos sein. Wenn ihr Zinsen vereinbart, aber keinen Satz nennt, gilt nach § 246 BGB der gesetzliche Zinssatz von vier Prozent im Jahr. Nach § 488 Abs. 2 BGB sind Zinsen jeweils nach Ablauf eines Jahres fällig, wenn ihr nichts anderes regelt. Das Muster koppelt sie an die Raten, das ist übersichtlicher.
§ 3 Rückzahlung. Ohne Rückzahlungstermin hängt die Fälligkeit nach § 488 Abs. 3 BGB von einer Kündigung ab, und die Frist beträgt dann drei Monate. Ein Ratenplan mit festen Terminen macht diese Regel überflüssig und gibt beiden Seiten Planungssicherheit.
§ 4 Kündigung. Die drei Monate im Muster entsprechen dem gesetzlichen Standard. Bei einem zinslosen Darlehen darf der Nehmer nach § 488 Abs. 3 Satz 3 BGB ohnehin jederzeit zurückzahlen. Bei einem Darlehen mit festem Zins hat der Nehmer nach § 489 Abs. 1 Nr. 2 BGB spätestens nach zehn Jahren ein Kündigungsrecht mit sechs Monaten Frist, auch wenn der Vertrag länger läuft.
§ 5 Verzug. Der Verzugszins liegt nach § 288 Abs. 1 BGB bei fünf Prozentpunkten über dem Basiszinssatz. Die Klausel zur sofortigen Fälligkeit bei zwei ausgefallenen Raten gibt dir ein Druckmittel, ohne dass du erst den gesamten Ratenplan abwarten musst.
Zinsen, Steuern und das zinslose Darlehen
Die Zinsen, die du als Geber erhältst, sind Einkünfte aus Kapitalvermögen nach § 20 Abs. 1 Nr. 7 EStG. Anders als bei der Bank behält niemand Steuer ein. Du trägst die Zinsen in der Anlage KAP deiner Steuererklärung ein.
Ein zinsloses Darlehen ist erlaubt, aber das Finanzamt sieht im gesparten Zins eine Schenkung. Für die Bewertung setzt § 15 Abs. 1 BewG den Jahreswert der Nutzung einer Geldsumme mit 5,5 Prozent an, wenn kein anderer Wert feststeht. Bei 50.000 Euro über fünf Jahre ergibt das rechnerisch 13.750 Euro Zinsvorteil.
Ob darauf Schenkungsteuer anfällt, hängt vom Freibetrag ab. Nach § 16 ErbStG bleiben bei Kindern 400.000 Euro steuerfrei, bei Geschwistern, Nichten, Neffen und Freunden nur 20.000 Euro. Der Freibetrag gilt für zehn Jahre zusammengerechnet. Kleine Familiendarlehen bleiben damit fast immer unter der Grenze.
Formfrei, aber bitte schriftlich
Der Vertrag ist mündlich gültig. Vor Gericht musst du als Geber aber beweisen, dass es ein Darlehen war und kein Geschenk. Genau das scheitert ohne Papier regelmäßig. Ein Vertrag plus Überweisung mit Verwendungszweck schließt diese Lücke.
Der Rückzahlungsanspruch verjährt nach § 195 BGB in drei Jahren. Die Frist beginnt nach § 199 BGB mit dem Ende des Jahres, in dem die Rate fällig war. Eine Rate vom März 2026 verjährt also am 31. Dezember 2029. Wer länger wartet, verliert den Anspruch, wenn der Schuldner sich darauf beruft.
Wann du zum Anwalt oder Notar gehst
Bei Summen ab etwa 20.000 Euro, bei Sicherheiten und bei Darlehen zwischen Ehegatten lohnt eine Beratung. Soll eine Immobilie als Sicherheit dienen, muss eine Grundschuld ins Grundbuch, und dafür brauchst du den Notar. Verleiht ein Unternehmer Geld an einen Verbraucher, gelten nach § 491 BGB die strengen Regeln für Verbraucherdarlehen mit Pflichtangaben und Widerrufsrecht. Dieser Artikel ersetzt keine Rechtsberatung.
Häufige Fragen
Muss ein Darlehensvertrag privat notariell beurkundet werden?
Nein. Er ist formfrei. Nur wenn eine Immobilie als Sicherheit dient, ist der Notar wegen der Grundschuld nötig.
Darf ich in der Familie Zinsen verlangen?
Ja. Die Höhe ist frei, solange sie nicht sittenwidrig hoch ist. Die Zinsen versteuerst du als Kapitaleinkünfte.
Was gilt, wenn keine Rückzahlung vereinbart wurde?
Dann kann jede Seite nach § 488 Abs. 3 BGB mit drei Monaten Frist kündigen. Danach ist der Betrag fällig.
Reicht eine Überweisung mit Verwendungszweck „Darlehen“ als Vertrag?
Sie ist ein starkes Indiz, aber kein Vertrag. Zinsen, Raten und Kündigung stehen dort nicht. Nimm das Muster dazu.
Kann ich das Darlehen später erlassen?
Ja. Der Erlass ist dann eine Schenkung, die beim Finanzamt anzuzeigen ist, sobald der Freibetrag überschritten wird.
Braucht der Vertrag Zeugen?
Nein. Zwei unterschriebene Exemplare genügen. Zeugen schaden aber nicht, wenn es um hohe Beträge geht.
Quellen
- § 488 BGB Vertragstypische Pflichten beim Darlehensvertrag
- § 489 BGB Ordentliches Kündigungsrecht des Darlehensnehmers
- § 16 ErbStG Freibeträge
- § 15 BewG Jahreswert von Nutzungen und Leistungen
Das passt dazu
Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:
- Muster Arbeitsvertrag Minijob 2026: Vorlage mit Pflichtangaben
- Muster Nebenkostenabrechnung Mieter: Vorlage und Prüfung
- Muster eidesstattliche Versicherung: Vorlage für Gericht, Notar
Geschrieben von Bella, Redaktion gratisvordrucke.de — sie schreibt hier über Vorlagen, Musterschreiben und was rechtlich hineingehört.







