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Rede zum Volkstrauertag: Muster für Gemeinde und Ehrenmal

Kurzantwort: Der Volkstrauertag ist zwei Sonntage vor dem ersten Advent, 2026 also am 15. November. Die Gedenkrede am Ehrenmal dauert vier bis sechs Minuten und hat vier Teile: Gruß, der Anlass mit Bezug zum Ort, ein Gedanke zur Gegenwart, Überleitung zu Totengedenken und Kranzniederlegung. Das Muster unten ist für die Bürgermeisterin oder den Bürgermeister geschrieben; das Totengedenken selbst sprichst du im Wortlaut des Volksbunds, den er jedes Jahr veröffentlicht.

Der Volkstrauertag geht auf einen Vorschlag des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge von 1919 zurück; die erste Gedenkstunde im Reichstag fand am 5. März 1922 statt. Seit 1952 wird er zwei Sonntage vor dem ersten Advent begangen. Er ist in keinem Bundesland gesetzlicher Feiertag, aber in den Feiertagsgesetzen der Länder als stiller Tag geschützt, an dem öffentliche Tanz- und Unterhaltungsveranstaltungen eingeschränkt sind.

Die zentrale Gedenkstunde findet im Deutschen Bundestag statt, mit einer Rede, dem Totengedenken des Bundespräsidenten und Musik. In den Gemeinden läuft es kleiner, aber nach demselben Muster: Gottesdienst oder Feierstunde, Gang zum Ehrenmal, Rede, Totengedenken, Kranzniederlegung, Schweigeminute, Lied. Wer die Rede hält, spricht in diesen Rahmen hinein und hält ihn kurz.

Ablauf einer Gedenkfeier

Der Volksbund empfiehlt in seiner Handreichung diese Reihenfolge: Begrüßung, Eröffnung mit einem Gedicht oder literarischen Text, Musik, Totengedenken, Nennung einzelner Kriegstoter aus dem Ort, Gedenkrede, Gebet, Kranzniederlegung, Schweigeminute, Lied oder Musik, etwa die Nationalhymne, die Europahymne oder „Der gute Kamerad“, Dank an die Mitwirkenden, Schlusswort.

In vielen Gemeinden übernehmen Feuerwehr, Schützen, Reservisten und Vereine mit Fahnen den Rahmen, der Posaunenchor die Musik, eine Schulklasse die Namen der Toten vom Ehrenmal. Die Rede steht in der Mitte, das Totengedenken folgt ihr direkt.

Aufbau der Rede in vier Teilen

Gruß (30 Sekunden): Angehörige, Vereine, Kirchen, Schule, Gäste.

Der Anlass mit Ortsbezug (2 Minuten): Was das Ehrenmal zeigt, wie viele Namen darauf stehen, eine Person dahinter.

Ein Gedanke zur Gegenwart (1 bis 2 Minuten): Kriege heute, Kriegsgräberpflege, Jugendarbeit, ein Satz zur Verantwortung, ohne Parteipolitik.

Überleitung (30 Sekunden): Zum Totengedenken und zur Kranzniederlegung.

Die Musterrede

Liebe Angehörige, [sehr geehrte/r Frau/Herr Pfarrer/in Name], liebe Vertreterinnen und Vertreter der Feuerwehr, der Vereine und des Volksbunds, liebe Schülerinnen und Schüler, liebe Bürgerinnen und Bürger,

wir stehen heute am Ehrenmal in [Ort], wie jedes Jahr am Volkstrauertag. Auf den Tafeln hinter mir stehen [Zahl] Namen aus dem Ersten Weltkrieg und [Zahl] aus dem Zweiten. Dazu kommen die, die keinen Namen hier haben: die Vermissten, die Toten der Bombennächte, die Vertriebenen, die Opfer der Gewaltherrschaft aus diesem Ort, [wenn bekannt: Name oder Gruppe].

Einer dieser Namen ist [Vorname Nachname], [Alter] Jahre alt, [Beruf], gefallen am [Datum] bei [Ort]. [Zwei bis drei Sätze aus Kirchenbuch, Ortschronik oder Familienüberlieferung: wo er wohnte, wen er zurückließ, was von ihm blieb.] Wenn wir heute Namen verlesen, dann, damit aus [Zahl] Namen wieder Menschen werden.

Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge betreut nach eigenen Angaben mehr als 830 Kriegsgräberstätten in 46 Staaten mit rund 2,8 Millionen Kriegstoten. [Wenn zutreffend: „Auch aus … liegen Tote in …, und Jugendliche aus unserer Schule waren im Sommer bei einem Workcamp dort.“] Diese Arbeit zeigt jedem, der eine dieser Anlagen betritt, wohin Krieg führt.

Wir gedenken heute in einer Zeit, in der in Europa wieder Krieg geführt wird. Die Toten, an die wir denken, mahnen uns, [ein Satz, z. B. „das Gespräch nicht abzubrechen, auch wenn es schwer wird“ oder „den Frieden nicht für selbstverständlich zu halten“]. Das gilt in [Ort] wie überall.

Ich bitte Sie nun, sich zu erheben. Wir sprechen das Totengedenken, danach legen [Namen der Vereine oder Personen] die Kränze nieder, und wir schweigen eine Minute.

[Hier folgt das Totengedenken im aktuellen Wortlaut des Volksbunds.]

Das Totengedenken

Das Totengedenken beginnt mit den Worten „Wir denken heute an die Opfer von Gewalt und Krieg, an Kinder, Frauen und Männer aller Völker“. Der Volksbund hat den frühesten festen Wortlaut für 1957 belegt; bis 1973 sprachen es Bundeskanzler oder Stellvertreter, seit 1974 der Bundespräsident. Der Text wird von den Amtsinhabern ergänzt, zuletzt 2020 und 2025. Den aktuellen Wortlaut veröffentlicht der Volksbund jedes Jahr auf seiner Website; nimm ihn wörtlich, ohne eigene Zusätze.

Namen der Toten aus dem Ort liest eine Schülerin, ein Feuerwehrmann oder ein Angehöriger, langsam, mit Pause nach jedem Namen. Bei mehr als 30 Namen wählt man eine Gruppe, etwa alle, die in einem Jahr fielen, und sagt das an.

Was am Volkstrauertag rechtlich gilt

Stiller Tag: Die Feiertagsgesetze der Länder schützen den Volkstrauertag; Tanzveranstaltungen und laute öffentliche Feste sind ganz oder zu bestimmten Zeiten verboten. Welche Uhrzeiten gelten, steht im Feiertagsgesetz des jeweiligen Landes; das Ordnungsamt kennt sie.

Fotos: Bilder von Angehörigen am Ehrenmal dürfen nach § 22 KunstUrhG nur mit Einwilligung der Abgebildeten veröffentlicht werden. Für die Gemeindezeitung und die Website reicht ein Hinweis vor Beginn und ein Blick auf die, die nicht ins Bild wollen.

Häufige Fragen

Wann ist der Volkstrauertag 2026?

Am Sonntag, 15. November 2026, zwei Sonntage vor dem ersten Advent, der 2026 auf den 29. November fällt.

Wie lang darf die Rede zum Volkstrauertag sein?

Vier bis sechs Minuten, also 500 bis 800 Wörter. Im Freien, im November, eher kürzer.

Wer hält die Rede zum Volkstrauertag?

Bürgermeister oder Ortsvorsteher, in manchen Gemeinden der Pfarrer oder ein Vertreter des Volksbunds. Das Totengedenken spricht dieselbe Person direkt im Anschluss.

Muss das Totengedenken wörtlich gesprochen werden?

Es ist keine Vorschrift, aber üblich, weil der Text in allen Gemeinden derselbe ist. Eigene Ergänzungen bringst du in der Rede unter, nicht im Gedenken.

Darf ich aktuelle Kriege ansprechen?

Ja, in einem Satz, ohne Parteipolitik und ohne Schuldzuweisung an Anwesende. Der Volkstrauertag gilt den Opfern von Gewalt und Krieg aller Völker.

Woher bekomme ich die Namen der Gefallenen aus meinem Ort?

Vom Ehrenmal selbst, aus der Ortschronik, dem Stadtarchiv und der Gräbersuche online des Volksbunds, die mehr als 5,4 Millionen Kriegstote und Vermisste verzeichnet.

Quellen

Wikipedia: Volkstrauertag
Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge: Totengedenken
Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge: Handreichung zum Volkstrauertag 2024 (PDF)
§ 22 KunstUrhG – Recht am eigenen Bild

Das passt dazu

Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:

Geschrieben von Bella, Redaktion gratisvordrucke.de — sie schreibt hier über Vorlagen, Musterschreiben und was rechtlich hineingehört.


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