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Rede zum Dienstjubiläum Mitarbeiter: Muster für 10, 25, 40 Jahre

Kurzantwort: Eine Rede zum Dienstjubiläum eines Mitarbeiters dauert drei bis fünf Minuten und hat vier Teile: Anlass und Begrüßung, Rückblick auf die Jahre mit zwei konkreten Stationen, Dank im Namen des Betriebs, Wunsch und Übergabe des Geschenks. Das Muster unten ist für die Führungskraft geschrieben und passt für 10, 25 und 40 Jahre. Im öffentlichen Dienst kommt nach § 23 Abs. 2 TVöD ein Jubiläumsgeld von 350 Euro (25 Jahre) oder 500 Euro (40 Jahre) dazu.

Ein Dienstjubiläum ist der Moment, in dem ein Betrieb sagt, dass er gemerkt hat, wer seit Jahren morgens kommt. Die Rede hält meist die direkte Führungskraft, manchmal die Geschäftsleitung, und sie wird oft am Vortag geschrieben. Deshalb ist das Muster so gebaut, dass du in einer halben Stunde fertig bist: Rahmen übernehmen, Klammern füllen, zwei Geschichten aus der Personalakte oder vom Team holen.

Die zwei Geschichten sind der Unterschied zwischen einer Rede, die alle vergessen, und einer, die die Jubilarin ihren Enkeln erzählt. Frag Kollegen, die lange dabei sind. Sie wissen, was 2011 im Lager passiert ist.

Was die Rede leisten muss

Erstens: die Person mit ihrer konkreten Leistung zeigen. Welche Aufgaben, welche Projekte, welche Kunden, welche Krisen. Zweitens: die Zeit einordnen. Was war im Betrieb los, als die Person anfing, was hat sich seitdem geändert, was hat sie davon mitgetragen. Drittens: im Namen des Betriebs danken, mit Handschlag und Geschenk.

Was nicht hineingehört: Gehalt, Krankheitszeiten, frühere Konflikte, das Alter der Person und Vergleiche mit anderen Mitarbeitern.

Aufbau in vier Teilen

Anlass (30 Sekunden): Name, Datum des Eintritts, Anzahl der Jahre.

Rückblick (2 Minuten): Der Betrieb damals, die erste Aufgabe, zwei Stationen, eine Eigenheit.

Dank (1 Minute): Im Namen der Geschäftsleitung und des Teams, konkret für das, was die Person trägt.

Wunsch und Geschenk (30 Sekunden): Ein Satz für die nächsten Jahre, Übergabe, Applaus.

Die Musterrede

Liebe Kolleginnen und Kollegen, [liebe Frau / lieber Herr Nachname, oder: liebe/r Vorname],

am [Eintrittsdatum] haben Sie bei [Firma] angefangen, als [erste Position, z. B. „Auszubildende zur Industriekauffrau“]. Heute sind es [Zahl] Jahre, und wir sind hier, um das zu feiern.

[Jahr des Eintritts] sah dieser Betrieb anders aus. [Zwei Sätze zur Zeit: z. B. „Wir hatten 40 Beschäftigte, ein Faxgerät und einen Standort. Die Halle 3 war ein Parkplatz.“] Sie haben in Ihrer ersten Woche [erste Aufgabe oder Anekdote, z. B. „die komplette Kundenkartei von Karteikarten in den ersten Computer übertragen“]. Wer das damals miterlebt hat, erinnert sich daran, dass die Kartei vorher nie gestimmt hat und nachher immer.

Seitdem haben Sie [zwei bis drei Stationen: Wechsel in eine Abteilung, Übernahme einer Verantwortung, Projekt]. Als [Krise oder Umbruch, z. B. „wir 2020 innerhalb von zwei Wochen auf Homeoffice umstellen mussten“], waren Sie [was die Person getan hat]. Ohne Sie hätte das [Ergebnis] nicht funktioniert. Das hat mir [Name] gestern noch einmal genau so gesagt.

Und dann ist da noch [freundliche Eigenheit, z. B. „die Tatsache, dass Sie seit [Zahl] Jahren als Erste im Haus sind und der Kaffee fertig ist, bevor der Rest von uns den Schlüssel gefunden hat“]. Manche Dinge in diesem Betrieb laufen, weil Sie da sind, und die meisten davon stehen in keiner Stellenbeschreibung.

Im Namen der Geschäftsleitung und im Namen Ihrer Kolleginnen und Kollegen danke ich Ihnen für [Zahl] Jahre Verlässlichkeit, für [konkret: Ihre Geduld mit jedem neuen System, Ihre Ruhe, wenn es brennt, Ihr Wissen, das in keinem Handbuch steht]. Wir wünschen Ihnen für die nächsten Jahre [konkreter Wunsch, z. B. Gesundheit, ein ruhigeres Jahr als das letzte, das neue Projekt, auf das Sie sich freuen].

Wir haben etwas für Sie vorbereitet. [Übergabe von Urkunde und Geschenk.] Herzlichen Glückwunsch zum [Zahl]-jährigen Dienstjubiläum!

Bausteine je nach Jahreszahl

10 Jahre

Die Person ist angekommen, aber noch weit vom Ende. Der Rückblick bleibt kurz, der Ausblick wird länger: welche Rolle sie inzwischen hat und was der Betrieb mit ihr vorhat. Drei Minuten reichen.

25 Jahre

Das klassische Jubiläum. Hier lohnt die Einordnung: Was hat sich in 25 Jahren im Betrieb, in der Branche, in der Technik geändert, und was hat die Person davon mitgetragen. Eine Anekdote aus den Anfangsjahren, eine aus der jüngeren Zeit.

40 Jahre

Die Person kennt den Betrieb länger als fast jeder im Raum, oft länger als die Geschäftsleitung. Die Rede wird zur kleinen Betriebsgeschichte, erzählt entlang ihrer Stationen. Frühere Vorgesetzte oder Kollegen im Ruhestand als Gäste einzuladen ist die stärkste Geste.

Jubiläumsgeld und Geschenk: was rechtlich gilt

Öffentlicher Dienst: § 23 Abs. 2 TVöD gewährt Beschäftigten ein Jubiläumsgeld von 350 Euro bei 25 Jahren und 500 Euro bei 40 Jahren Beschäftigungszeit, Teilzeitbeschäftigte erhalten den vollen Betrag. Für Beamte ist die Jubiläumszuwendung nach Angaben des dbb Ländersache, einige Länder zahlen nichts.

Privatwirtschaft: Ein gesetzlicher Anspruch auf Jubiläumsgeld besteht nicht. Was gezahlt wird, steht im Tarifvertrag, in einer Betriebsvereinbarung oder in der betrieblichen Übung.

Steuer: Sachgeschenke des Arbeitgebers zu einem persönlichen Anlass bleiben nach Angaben der IHK Rhein-Neckar bis 60 Euro brutto steuerfrei, Geldgeschenke sind immer steuerpflichtig. Die Feier selbst fällt nur dann unter den Freibetrag von 110 Euro für Betriebsveranstaltungen (§ 19 Abs. 1 Nr. 1a EStG), wenn sie allen Beschäftigten des Betriebs oder einer Abteilung offensteht.

Häufige Fragen

Wie lang sollte die Rede zum Dienstjubiläum sein?

Drei bis fünf Minuten, also 350 bis 600 Wörter. Bei 40 Jahren darf es die obere Grenze sein.

Wer hält die Rede?

Die direkte Führungskraft oder die Geschäftsleitung. Wenn beide sprechen, teilt sich der Text: Geschäftsleitung Anlass und Dank, Führungskraft Rückblick und Anekdoten.

Siezen oder duzen?

So, wie ihr im Alltag miteinander sprecht. Ein plötzliches Sie in der Rede wirkt distanziert, ein plötzliches Du anbiedernd.

Woher bekomme ich die Stationen, wenn ich neu bin?

Personalakte für Daten und Positionen, langjährige Kollegen für Geschichten. Zwei Anrufe reichen.

Darf ich das Alter oder den Renteneintritt erwähnen?

Das Alter nicht. Den bevorstehenden Ruhestand nur, wenn die Person ihn selbst offen anspricht.

Gehört eine Urkunde dazu?

Üblich, aber keine Pflicht. Eine Urkunde mit Eintrittsdatum, Jahreszahl und Unterschrift der Geschäftsleitung wird oft länger aufbewahrt als das Geschenk.

Quellen

dbb beamtenbund und tarifunion: Jubiläumszulage (§ 23 Abs. 2 TVöD)
§ 19 EStG – Nichtselbständige Arbeit (Betriebsveranstaltungen)
IHK Rhein-Neckar: Steuerfreie Arbeitgeberleistungen 2026

Das passt dazu

Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:

Geschrieben von Bella, Redaktion gratisvordrucke.de — sie schreibt hier über Vorlagen, Musterschreiben und was rechtlich hineingehört.


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