Inhalt
Kurzantwort: Eine Rede zum Feuerwehrjubiläum dauert fünf bis acht Minuten und folgt der Geschichte der Wehr: Gründung, prägende Einsätze, die Menschen von heute, Dank an Familien und Arbeitgeber, Ausblick auf Nachwuchs und Ausrüstung. Das Muster unten ist für den Wehrführer oder die Vereinsvorsitzende geschrieben, darunter stehen Bausteine für Bürgermeister und Kreisbrandmeister. Zum Einordnen: Ende 2023 waren 1.028.021 Menschen in 23.760 Freiwilligen Feuerwehren aktiv.
Ein Feuerwehrjubiläum ist ein Fest für den ganzen Ort. Beim Festkommers sitzen die Aktiven, die Alterskameraden, die Jugendfeuerwehr, der Gemeinderat, die Nachbarwehren und die Familien, die seit Jahrzehnten nachts allein am Tisch sitzen, wenn der Melder geht. Die Rede muss alle erreichen, und sie muss kurz sein, weil danach noch der Bürgermeister, der Kreisbrandmeister und der Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbands sprechen.
Alles in eckigen Klammern ersetzt du durch die Daten aus eurer Chronik: Gründungsjahr, Gründungsmitglieder, große Einsätze, Fahrzeuge, Namen. Die Chronik ist die wichtigste Quelle. Wer keine hat, fragt die Alterskameraden und das Gemeindearchiv.
Was die Rede leisten muss
Erstens: die Geschichte der Wehr in drei Stationen erzählen, ohne die Chronik vorzulesen. Zweitens: die Aktiven von heute zeigen, mit Zahlen, die jeder im Ort versteht: Einsätze im Jahr, Übungsstunden, Mitglieder in der Jugendfeuerwehr. Drittens: denen danken, die nie auf dem Foto sind, den Partnerinnen und Partnern, den Arbeitgebern, die tagsüber freistellen, der Gemeinde, die das Fahrzeug bezahlt.
Was nicht hineingehört: Streit um das neue Gerätehaus, Kritik an Nachbarwehren, Politik über das Notwendige hinaus und eine Aufzählung aller Fahrzeuge seit 1925.
Aufbau in fünf Teilen
Begrüßung (1 Minute): Gäste in der üblichen Reihenfolge: Bürgermeister, Kreisbrandmeister, Landrat oder Vertreter, Nachbarwehren, Alterskameraden, Jugendfeuerwehr, Familien.
Gründung (1 bis 2 Minuten): Jahr, Anlass, Gründungsmitglieder, erste Ausrüstung.
Einsätze und Wandel (2 Minuten): Zwei bis drei Einsätze, die der Ort nicht vergessen hat. Wie sich die Aufgaben verändert haben.
Die Wehr heute und Dank (2 Minuten): Zahlen, Namen, Familien, Arbeitgeber, Gemeinde.
Ausblick und Toast (1 Minute): Nachwuchs, Ausrüstung, ein Satz zum nächsten Jubiläum.
Die Musterrede
Sehr geehrte/r [Frau/Herr Bürgermeister/in Name], sehr geehrte/r [Kreisbrandmeister/in Name], liebe Kameradinnen und Kameraden der Nachbarwehren, liebe Alterskameraden, liebe Jugendfeuerwehr, liebe Familien, liebe Gäste,
vor [Zahl] Jahren, am [Gründungsdatum], haben [Zahl] Männer aus [Ort] die Freiwillige Feuerwehr [Ort] gegründet. Der Anlass war [Ereignis, z. B. „der Brand der Scheune von Bauer …, bei dem der Ort machtlos zusah“]. Ihre Ausrüstung: [z. B. „eine Handdruckspritze, zwanzig Ledereimer und ein Pferdegespann, das erst eingefangen werden musste“]. Die Namen der Gründer stehen in unserer Chronik, [ein bis zwei Namen] sind heute noch Familiennamen im Ort.
Seit diesem Tag hat diese Wehr nie aufgehört. Nicht im [Ereignis, z. B. „Hochwasser von …“], als [was die Wehr getan hat]. Nicht am [Datum], als [großer Einsatz]. Und nicht in den vielen Nächten, die in keiner Chronik stehen, weil ein Ölfleck auf der Straße oder eine Katze im Baum keine Schlagzeile ist. [Optional: ein Satz zu einem Verstorbenen, der im Einsatz oder als prägende Figur der Wehr in Erinnerung bleibt, mit Bitte um einen Moment der Stille.]
Die Aufgaben haben sich verändert. Aus der Brandbekämpfung wurde [z. B. „technische Hilfeleistung, Verkehrsunfälle auf der B …, Sturm, Starkregen“]. Im letzten Jahr waren wir [Zahl] Mal im Einsatz, haben [Zahl] Übungsstunden geleistet und [Zahl] Lehrgänge besucht. Das machen heute [Zahl] Aktive, davon [Zahl] Frauen, und [Zahl] Kinder und Jugendliche in der Jugendfeuerwehr, die [Name] seit [Zahl] Jahren leitet.
Ich danke den Aktiven, die um drei Uhr nachts aufstehen und um sieben Uhr auf der Arbeit sind. Ich danke den Partnerinnen und Partnern, die allein am Tisch sitzen, wenn der Melder geht, und die nie gefragt werden, ob das in Ordnung ist. Ich danke den Arbeitgebern in [Ort], die ihre Leute tagsüber gehen lassen, [ein bis zwei Firmen namentlich]. Und ich danke der Gemeinde, die mit [Fahrzeug oder Gerätehaus, Jahr] gezeigt hat, dass sie diese Wehr ernst nimmt.
Was die nächsten [Zahl] Jahre bringen, wissen wir nicht. Was wir wissen: Wir brauchen [Zahl] neue Aktive in den nächsten fünf Jahren, damit die Tagesbereitschaft steht. Wer heute Abend mit dem Gedanken spielt, spricht [Name] an. Die Tür des Gerätehauses ist offen, [Übungstag] um [Uhrzeit].
Ich bitte Sie, die Gläser zu heben. Auf [Zahl] Jahre Freiwillige Feuerwehr [Ort], auf die, die sie gegründet haben, und auf die, die sie weitertragen. Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr!
Bausteine für Bürgermeister und Kreisbrandmeister
Grußwort des Bürgermeisters
Drei Minuten. Der Bürgermeister spricht für die Gemeinde: Dank für den Schutz des Orts, Blick auf die Investitionen der letzten Jahre, Zusage für die nächsten. Eine persönliche Erinnerung an einen Einsatz, den er selbst erlebt hat, macht das Grußwort glaubwürdig.
Grußwort des Kreisbrandmeisters
Drei Minuten. Die Wehr im Kreis einordnen, Zusammenarbeit mit den Nachbarwehren, Ausbildung, Nachwuchs. Ehrungen, wenn sie an diesem Abend anstehen, gehören hierher.
Rede des Vereinsvorsitzenden
Wenn Feuerwehrverein und Einsatzabteilung getrennt sind, spricht der Vorsitzende für das Fest, die Kameradschaft und die Alterskameraden, der Wehrführer für den Einsatzdienst. Absprache vorher, sonst erzählen beide die Gründungsgeschichte.
Zahlen zum Einordnen
Der Deutsche Feuerwehrverband zählt zum 31. Dezember 2023 in Deutschland 23.760 Freiwillige Feuerwehren mit 1.028.021 aktiven Mitgliedern, dazu 114 Berufsfeuerwehren, 728 Werkfeuerwehren und 24.254 Jugendfeuerwehren mit 356.896 Mitgliedern. Insgesamt haben die Feuerwehren 1.458.560 Mitglieder. Die erste Freiwillige Feuerwehr nach heutigem Verständnis entstand laut Wikipedia am 17. Juli 1841 in Meißen als Freiwilliges Feuerlösch- und Rettungskorps; 1851 gab es in Deutschland 29 Freiwillige Feuerwehren. Wer ein 175-jähriges Jubiläum feiert, gehört also zu den ältesten Wehren des Landes.
Fotos und Ehrungen: was rechtlich gilt
Fotos vom Festkommers, die auf der Website der Gemeinde oder in sozialen Netzwerken erscheinen, brauchen nach § 22 KunstUrhG die Einwilligung der Abgebildeten. Bei Gruppenfotos der Aktiven reicht ein Hinweis vor der Aufnahme. Bei Kindern der Jugendfeuerwehr entscheiden die Eltern. Welche Ehrungen an diesem Abend anstehen und wer sie überreicht, klärst du vorher mit dem Kreisbrandmeister.
Häufige Fragen
Wie lang darf die Rede zum Feuerwehrjubiläum sein?
Fünf bis acht Minuten für die Hauptrede, drei Minuten für Grußworte. Mehr als vier Redner am Abend ermüden den Saal.
Muss ich alle Gäste einzeln begrüßen?
Die Ehrengäste namentlich, in der Reihenfolge Bürgermeister, Kreisbrandmeister, Landrat oder Vertreter, Vorsitzende der Verbände. Nachbarwehren und Vereine als Gruppe.
Wie erwähne ich verstorbene Kameraden?
Mit Namen, ohne Umstände, gefolgt von einem Moment der Stille. Ein Satz zur Person genügt.
Soll die Rede Werbung für den Nachwuchs machen?
Ja, mit einer konkreten Zahl und einer konkreten Einladung: Wer, wann, wo. Ein allgemeiner Appell verhallt.
Woher bekomme ich die Gründungsgeschichte?
Festschrift früherer Jubiläen, Vereinschronik, Gemeindearchiv, Kreisarchiv. Alterskameraden kennen die Geschichten, die nicht aufgeschrieben wurden.
Gehört der Wahlspruch ans Ende?
„Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr“ ist in vielen Wehren üblich. Wenn eure Wehr einen anderen Wahlspruch führt, nimm den.
Quellen
Deutscher Feuerwehrverband: Statistik (Stand 31. Dezember 2023)
Wikipedia: Freiwillige Feuerwehr
§ 22 KunstUrhG – Recht am eigenen Bild
Das passt dazu
Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:
- Rede zum Vereinsjubiläum: Muster für 25, 50, 100 und 125 Jahre
- Rede zum Firmenjubiläum: Muster für 10, 25, 50 und 100 Jahre
- Rede zum Priesterjubiläum: Muster für 25 und 50 Jahre Weihe
Geschrieben von Bella, Redaktion gratisvordrucke.de — sie schreibt hier über Vorlagen, Musterschreiben und was rechtlich hineingehört.







