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Kurzantwort: Ein Anschreiben für die Bewerbung passt auf eine Seite und folgt einem festen Aufbau: Absender, Empfänger, Datum, Betreff mit Stellentitel, persönliche Anrede, ein Einstieg von drei bis fünf Zeilen, ein Hauptteil mit zwei bis drei belegten Stärken, ein Satz zur Passung, die Bitte um ein Gespräch, Grußformel und Unterschrift. So empfiehlt es die Bundesagentur für Arbeit. Das Muster unten füllst du mit deinen Daten und Beispielen.
Das Anschreiben ist der einzige Teil der Bewerbung, den du frei formulierst. Lebenslauf und Zeugnisse liegen fest. Hier entscheidet sich, ob jemand deine Unterlagen weiterliest oder in den Stapel legt. Deshalb lohnt sich der Aufwand für eine Seite, die auf die konkrete Stelle zugeschnitten ist.
Dieses Muster orientiert sich am Aufbau, den die Bundesagentur für Arbeit auf ihrer Bewerbungsseite empfiehlt. Es funktioniert für Ausbildung, Berufseinstieg und Jobwechsel. Die Beispielsätze in eckigen Klammern tauschst du gegen deine eigenen aus; die Struktur bleibt.
Der Aufbau nach Empfehlung der Bundesagentur für Arbeit
Die Bundesagentur beschreibt das Anschreiben als klassischen Brief: Kontaktdaten von Absender und Empfänger, Ort und Datum rechtsbündig, Betreff mit Stellentitel und Kennziffer, persönliche Anrede mit Nachname. Dann der Einstieg mit drei bis fünf Zeilen, der Interesse wecken soll, ein Hauptteil von etwa acht Zeilen mit deinen Kompetenzen, zwei Zeilen zur Passung ins Unternehmen, die Bitte um Rückmeldung, „Mit freundlichen Grüßen“ und die Unterschrift, handschriftlich oder digital eingefügt.
Zwei Regeln nennt die Agentur ausdrücklich: eine Seite, und keine Floskeln wie „Hiermit bewerbe ich mich“. Wer KI-Werkzeuge nutzt, soll prüfen, ob der Text noch zur eigenen Person passt. Rechtschreibung und Grammatik zählen; lass eine zweite Person gegenlesen.
Das Muster
[Vorname Nachname]
[Straße Hausnummer]
[PLZ Ort]
[Telefon] · [E-Mail]
[Firma GmbH]
[Frau/Herr Vorname Nachname, Abteilung]
[Straße Hausnummer]
[PLZ Ort]
[Ort], [TT.MM.JJJJ]
Bewerbung als [Stellenbezeichnung laut Anzeige], Kennziffer [Nummer]
Sehr geehrte Frau [Nachname], sehr geehrter Herr [Nachname],
[Einstieg, 3 bis 5 Zeilen: Was reizt dich an genau dieser Stelle? Beispiel: „In Ihrer Anzeige suchen Sie jemanden, der die Kundenbetreuung im Außendienst aufbaut. Genau das habe ich in den letzten drei Jahren bei der Muster AG gemacht: 40 Bestandskunden übernommen, 15 neue gewonnen.“]
[Hauptteil, etwa 8 Zeilen: zwei bis drei Stärken, jede mit Beleg. Beispiel: „Seit 2022 verantworte ich das Reklamationsmanagement für drei Bundesländer. Die Bearbeitungszeit habe ich von zehn auf vier Tage gesenkt. Mit SAP und Salesforce arbeite ich täglich. In Englisch verhandle ich sicher, belegt durch das Zertifikat B2 in der Anlage.“]
[Passung, 2 Zeilen: „Ihre Ausrichtung auf den Mittelstand in Süddeutschland passt zu meinem Netzwerk in der Region.“]
Über eine Einladung zu einem Gespräch freue ich mich. Ab dem [Datum] stehe ich Ihnen zur Verfügung. [Optional: Meine Gehaltsvorstellung liegt bei … Euro brutto im Jahr.]
Mit freundlichen Grüßen
[Unterschrift]
[Vorname Nachname]
Anlagen: Lebenslauf, Zeugnisse, [Zertifikate]
Einstiegssätze, die funktionieren
Der erste Satz nennt einen konkreten Bezug zur Stelle oder zum Unternehmen. Drei Varianten:
Bezug zur Anzeige: „Sie suchen eine Buchhalterin, die den Monatsabschluss allein verantwortet. Bei der Beispiel GmbH mache ich das seit vier Jahren für zwei Gesellschaften.“
Bezug zum Gespräch: „Vielen Dank für das Telefonat am [Datum]. Wie besprochen bewerbe ich mich auf die Stelle als …“
Bezug zum Unternehmen: „Ihre Werkstatt hat im Frühjahr die E-Auto-Zertifizierung erhalten. Genau in diesem Bereich habe ich meine Weiterbildung zur Hochvolt-Fachkraft abgeschlossen.“
Jede Behauptung im Hauptteil braucht einen Beleg: eine Zahl, ein Projekt, ein Zertifikat in der Anlage. „Teamfähig und belastbar“ ohne Beispiel liest niemand.
Was du weglassen darfst: das AGG
Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz verbietet in § 1 AGG Benachteiligungen aus Gründen der Rasse oder wegen der ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität. Für dich heißt das: Familienstand, Kinder, Religion, Staatsangehörigkeit und ein Foto gehören nicht zwingend ins Anschreiben oder in den Lebenslauf. Die Bundesagentur schreibt zum Foto: „Dies ist kein Muss mehr.“
Eine Schwerbehinderung musst du nicht angeben. Willst du den besonderen Kündigungsschutz und die Zusatzurlaubstage später geltend machen, kannst du sie nennen; verpflichtet bist du dazu in der Bewerbung nicht.
Form und Versand
Eine Seite, Schriftgröße 11 oder 12, dieselbe Schrift wie im Lebenslauf. Als PDF versenden, alle Unterlagen in einer Datei, benannt mit deinem Namen. Bei Online-Portalen kopierst du den Text in das Feld und hängst die PDF zusätzlich an. Die Unterschrift kannst du digital einfügen; die Bundesagentur lässt beides zu.
Adressiere an eine Person. Steht kein Name in der Anzeige, ruf an und frag nach. „Sehr geehrte Damen und Herren“ ist erlaubt, kostet aber den ersten Pluspunkt.
Häufige Fragen
Wie lang darf das Anschreiben sein?
Eine Seite. Die Bundesagentur für Arbeit nennt das ausdrücklich als Grenze. Wer mehr zu sagen hat, kürzt den Hauptteil auf die zwei stärksten Belege.
Muss ich die Gehaltsvorstellung nennen?
Nur, wenn die Anzeige danach fragt. Dann eine konkrete Jahreszahl brutto statt einer Spanne. Fehlt die Angabe trotz Aufforderung, wirkt die Bewerbung unvollständig.
Brauche ich ein Foto?
Nein. Die Bundesagentur schreibt, das Foto sei „kein Muss mehr“. Wenn du eines verwendest, gehört es in den Lebenslauf.
Darf ich für mehrere Stellen dasselbe Anschreiben nutzen?
Die Struktur ja, den Inhalt nein. Einstieg und Passung müssen sich auf die konkrete Anzeige beziehen, sonst erkennt die Personalabteilung den Serienbrief.
Handschriftlich oder digital unterschreiben?
Beides ist zulässig. Bei einer PDF-Bewerbung reicht die eingescannte oder digital eingefügte Unterschrift, bei einer Papierbewerbung unterschreibst du mit Stift.
Muss ich Lücken im Lebenslauf im Anschreiben erklären?
Kurz und sachlich, wenn sie länger als drei Monate sind. Ein Satz reicht: „Von März bis August 2025 habe ich meine Mutter gepflegt.“ Rechtfertigungen gehören nicht hinein.
Quellen
Bundesagentur für Arbeit: Das perfekte Anschreiben erstellen
Bundesagentur für Arbeit: Den perfekten Lebenslauf erstellen
§ 1 AGG – Ziel des Gesetzes
Das passt dazu
Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:
- Handout Vorlage: Bedeutung, Aufbau und Muster fürs Referat
- Vorlage Deckblatt Bewerbung: Aufbau, Inhalt und Foto-Regeln
- Muster tabellarischer Lebenslauf: Vorlage, Aufbau und Regeln
Geschrieben von Bella, Redaktion gratisvordrucke.de — sie schreibt hier über Vorlagen, Musterschreiben und was rechtlich hineingehört.







