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Kurzantwort: Ein Lebenslauf für Schüler ist tabellarisch, passt auf eine Seite und hat vier Blöcke: persönliche Daten, Schulbildung, praktische Erfahrung (Praktika, Nebenjobs, Ehrenamt) und Kenntnisse. Die Bundesagentur für Arbeit empfiehlt, mit dem aktuellsten Abschnitt zu beginnen und rückwärts zu gehen. Foto, Unterschrift und Angaben zu den Eltern sind freiwillig. Das Muster unten füllst du Zeile für Zeile aus.
Der erste Lebenslauf entsteht meist in der 8. oder 9. Klasse für das Schülerpraktikum, der zweite für die Ausbildungsbewerbung. Beide Male fehlt die Berufserfahrung, und genau deshalb zählt der Rest umso mehr: Schule, Praktika, Nebenjobs, Ehrenamt, Sprachen, Computerkenntnisse und Hobbys, die etwas über dich sagen.
Dieses Muster folgt dem Aufbau, den die Bundesagentur für Arbeit auf ihrer Bewerbungsseite beschreibt. Es passt für Praktikum, Ausbildung und Ferienjob. Ersetze die Angaben in eckigen Klammern; Zeilen, die auf dich nicht zutreffen, löschst du.
Das Muster
Lebenslauf
Persönliche Daten
Name: [Vorname Nachname]
Anschrift: [Straße Hausnummer, PLZ Ort]
Telefon: [Handynummer]
E-Mail: [vorname.nachname@…]
Geburtsdatum und -ort: [TT.MM.JJJJ, Ort]
Schulbildung
seit [MM/JJJJ]: [Name der Schule, Ort], [Schulform], voraussichtlicher Abschluss [Mittlerer Schulabschluss / Abitur] im [MM/JJJJ]
[MM/JJJJ] bis [MM/JJJJ]: [Grundschule, Ort]
Lieblingsfächer: [Mathematik, Technik, Englisch] · Notendurchschnitt im letzten Zeugnis: [2,3]
Praktische Erfahrung
[MM/JJJJ]: Schülerpraktikum bei [Firma, Ort], zwei Wochen, Bereich [Werkstatt / Verwaltung / Kita]; Aufgaben: [Kundenkontakt, Lagerarbeit, Betreuung der Kinder]
seit [MM/JJJJ]: Nebenjob als [Zeitungsausträger / Aushilfe im Supermarkt], [4] Stunden pro Woche
seit [MM/JJJJ]: [Jugendtrainer im Fußballverein / Schülersprecher / Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr]
Kenntnisse
Sprachen: Deutsch (Muttersprache), Englisch ([6 Jahre Schulunterricht, gut]), [Französisch, Grundkenntnisse]
Computer: [Word, Excel, PowerPoint], [Bildbearbeitung]
Sonstiges: [Erste-Hilfe-Kurs 2025], [Führerschein Klasse AM]
Interessen
[Handball im Verein seit 2019], [Modellbau], [Schülerzeitung]
[Ort], [Datum] [Unterschrift]
Was in jeden Block gehört
Persönliche Daten. Die Bundesagentur nennt Name, Adresse, Telefon, E-Mail, Geburtsdatum und Geburtsort. Die E-Mail-Adresse sollte aus deinem Namen bestehen. Spitznamen aus der Grundschulzeit gehören nicht in eine Bewerbung.
Schulbildung. Aktuelle Schule zuerst, dann die Grundschule. Der voraussichtliche Abschluss mit Monat und Jahr zeigt dem Betrieb, wann du anfangen kannst. Lieblingsfächer nur, wenn sie zum Beruf passen: Physik für den Elektroniker, Deutsch und Englisch für die Kauffrau für Büromanagement.
Praktische Erfahrung. Die Bundesagentur schreibt: Wer noch keine Berufserfahrung hat, listet Praktika, Nebenjobs oder ehrenamtliche Tätigkeiten. Monat und Jahr reichen als Zeitangabe. Nenne bei jedem Praktikum zwei oder drei konkrete Aufgaben; „Praktikum bei Firma X“ allein sagt nichts.
Kenntnisse. Fremdsprachen mit ehrlicher Einstufung, Computerprogramme, Führerschein, Erste-Hilfe-Kurs, Jugendleiterkarte. Alles, was du belegen kannst, legst du als Kopie bei.
Interessen. Die Bundesagentur zählt relevante Hobbys und Ehrenämter zu den besonderen Kenntnissen. Ein Hobby sagt dann etwas aus, wenn es zum Beruf passt oder Ausdauer zeigt: Mannschaftssport seit fünf Jahren, ein Instrument, Programmieren, die Jugendfeuerwehr. Drei Punkte reichen; eine lange Liste wirkt beliebig.
Reihenfolge, Länge, Form
Die Bundesagentur empfiehlt: tabellarisch, chronologisch, und „beginne mit dem Abschnitt, der am kürzesten zurückliegt“. Für Schüler heißt das: aktuelle Schule vor Grundschule, letztes Praktikum vor dem ersten. Zwei Seiten sind das Maximum; für Schüler reicht eine.
Schriftgröße 11 oder 12, dieselbe Schrift wie im Anschreiben, klare Zwischenüberschriften, keine Farbflächen. Speichere den Lebenslauf als PDF mit deinem Namen im Dateinamen, zum Beispiel „Lebenslauf_Vorname_Nachname.pdf“. Wer Word nicht hat, nimmt LibreOffice oder Google Docs; beide exportieren PDF.
Was du weglassen darfst
Die Bundesagentur schreibt zum Foto: „Dies ist kein Muss mehr.“ Zur Unterschrift: „nicht unbedingt notwendig“. Angaben zum Beruf der Eltern sind „nicht erforderlich“. Religion nennst du nur, wenn der Arbeitgeber danach fragt, etwa bei kirchlichen Trägern. Familienstand und Staatsangehörigkeit sind freiwillig.
Der Hintergrund ist das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz. § 1 AGG soll Benachteiligungen wegen der Rasse oder ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität verhindern. Ein Betrieb darf seine Entscheidung nicht an solchen Merkmalen festmachen; also musst du sie auch nicht liefern.
Ebenfalls weglassen: Grundschulnoten, Kindergarten, Hobbys ohne Aussagekraft („Freunde treffen“) und jede Angabe, die du im Gespräch nicht erklären könntest.
Lücken und Wiederholungen
Eine wiederholte Klasse steht als das drin, was sie ist: „Wiederholung der 8. Klasse“ mit Jahr. Wer sie verschweigt, fällt beim Vergleich mit dem Zeugnis auf. Ein Schulwechsel wird mit Ort und Datum genannt, ohne Begründung. Gründe gehören ins Gespräch, falls jemand fragt.
Ein Auslandsjahr, ein Freiwilliges Soziales Jahr oder ein Praktikum nach dem Abschluss bekommen eine eigene Zeile unter „Praktische Erfahrung“, mit Träger, Ort und Zeitraum.
Vor dem Absenden liest jemand anderes den Lebenslauf gegen, am besten eine Lehrkraft oder jemand aus dem Betrieb. Die Bundesagentur rät, die fertigen Unterlagen von einer anderen Person gegenlesen zu lassen; Rechtschreibfehler und falsche Daten fallen beim Vergleich mit dem Zeugnis sofort auf. Prüfe zum Schluss, ob jede Angabe zum Zeugnis und zu den Bescheinigungen in der Anlage passt.
Häufige Fragen
Muss ich als Schüler ein Foto in den Lebenslauf setzen?
Nein. Die Bundesagentur für Arbeit nennt das Foto ausdrücklich „kein Muss mehr“. Wenn du eines verwendest, dann ein aktuelles, in normaler Kleidung, vor ruhigem Hintergrund.
Wie lang darf der Schüler-Lebenslauf sein?
Eine Seite. Die Obergrenze der Bundesagentur liegt bei zwei Seiten, aber ohne Berufserfahrung reicht eine übersichtliche Seite.
Gehören die Eltern in den Lebenslauf?
Nein. Angaben zum Beruf der Eltern sind laut Bundesagentur nicht erforderlich. Geschwister ebenso wenig.
Soll ich Noten nennen?
Nur den Durchschnitt oder einzelne gute Noten in Fächern, die zum Beruf passen. Das Zeugnis liegt ohnehin bei.
Was schreibe ich ohne Praktikum und Nebenjob?
Ehrenamt, Vereinsämter, Schülersprecher, Nachhilfe für Jüngere, Babysitten, Mithilfe im Familienbetrieb. Alles, was Verantwortung zeigt, zählt als praktische Erfahrung.
Muss ich den Lebenslauf unterschreiben?
Nicht zwingend. Bei einer Papierbewerbung ist die Unterschrift mit Ort und Datum üblich, bei einer PDF reicht der getippte Name.
Quellen
Bundesagentur für Arbeit: Den perfekten Lebenslauf erstellen
Bundesagentur für Arbeit: Bewerbung – Überblick und Unterlagen
§ 1 AGG – Ziel des Gesetzes
Das passt dazu
Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:
- Muster tabellarischer Lebenslauf: Vorlage, Aufbau und Regeln
- Handout Vorlage: Bedeutung, Aufbau und Muster fürs Referat
- Rede zum Schulabschluss: Muster für Lehrer, Eltern und Schüler
Geschrieben von Bella, Redaktion gratisvordrucke.de — sie schreibt hier über Vorlagen, Musterschreiben und was rechtlich hineingehört.







